Stillen und frühe glutenhaltige Nahrung: Kein Schutz vor Zöliakie

Stillen und frühe glutenhaltige Nahrung: Kein Schutz vor Zöliakie

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Bisher hat man jenen Familien geraten, in denen es bereits Zöliakie-Erkrankungen gibt, zu stillen und dem Nachwuchs möglichst bald glutenhaltigen Brei zu füttern. Diese Vorgangsweise im Baby-Alter sollte das Risiko senken, an Glutenunverträglichkeit zu erkranken. Eine neue Studie des General Hospitals in Boston hat genau diese bisher gängige Meinung ins Visier genommen und herausgefunden, dass dies nicht der Fall ist.
Insgesamt wurden 700 Kinder untersucht, wo es bereits einen Zöliakie-Fall in der Familie gegeben hat und daher das Risiko erhöht war, ebenfalls zu erkranken. Die Studie war zweigeteilt, wobei Gluten in verschiedenen Lebensmonaten in der Ernährung zugeführt wurde:

  • Gluten nach 6 Lebensmonaten: Ein Teil der Eltern führte nach 6 Monaten Gluten in die Ernährung des Babys ein
  • Gluten nach 12 Lebensmonaten: Der andere Teil fügte erst nach 12 Monaten Gluten in die Ernährung des Kindes ein.

Interessant ist, dass das frühe Zugeben von glutenhaltiger Nahrung eher den gegenteiligen Effekt hatte und es zu einem früheren Ausbruch von Zöliakie kam. Wichtig: Auf die langfristige Anzahl der erkrankten Kinder hat das Gluten-Einführungsalter jedoch keinen Unterschied gemacht! Auch das angesprochene Stillen wurde innerhalb der Studie untersucht, um zu überprüfen, ob es einen schützenden Effekt vor Zöliakie hat. Auch dies konnte nicht bestätigt werden. Stillen kann zwar vor bestimmten Allergien im späteren Leben bewahren, bei der Entwicklung von Zöliakie ist dies aber nicht der Fall.

Im Endeffekt stellten die Forscher fest, dass die Gene entscheidend sind. Waren im Blut der Kinder die sogenannten HLA-Moleküle vorhanden – dieser Faktor ist genetisch vorbestimmt – dann ist bei einer bestimmten Kombination an Genen die Wahrscheinlichkeit um 38 Prozent gestiegen, an Zöliakie zu erkranken.

 

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