Was ist Zöliakie?

Die Zöliakie ist eine Glutenunverträglichkeit, charakterisiert durch eine chronische Erkrankung der Dünndarmschleimhaut aufgrund einer Überempfindlichkeit gegen Bestandteile von Gluten, dem in vielen Getreidesorten vorkommenden Klebereiweiß. Bei Personen mit entsprechender Veranlagung führt der Verzehr von glutenhältigen Lebensmitteln zu einer Schädigung der Dünndarmschleimhaut. Dadurch wird die Funktion des Dünndarms deutlich beeinträchtigt und die Aufnahme von Nährstoffen wird gestört. Als Folge davon leiden die Patienten unter Mangelzuständen, Verdauungsstörungen und weiteren vielfältigen Symptomen. Die Unverträglichkeit bleibt lebenslang bestehen, sie ist zum Teil erblich und kann derzeit nicht ursächlich behandelt werden.

Eine strikte glutenfreie Ernährung ist daher unerlässlich, wodurch sich auch die Dünndarmschleimhaut im Laufe von einigen Monaten wieder erholt.

Quelle: WikipediaÖsterreichische Arbeitsgemeinschaft Zöliakie


In welchen Getreidesorten ist Gluten enthalten?

Gluten ist in Weizen, Roggen, Gerste und Hafer (siehe Spezialfall) sowie deren Abstammungen und Kreuzungen, z.B. Dinkel, Grünkern, Kamut, Einkern und Emmer enthalten.

„Spezialfall“ Hafer:
Es ist immer wieder zu lesen, dass Hafer im Rahmen einer glutenfreien Ernährung erlaubt ist. Dies ist auch nicht grundsätzlich falsch, denn es wurde in verschiedenen klinischen Studien belegt, dass nicht kontaminierter Hafer, der gesondert für Zöliakiebetroffene angebaut und verarbeitet worden ist, von der überwiegenden Mehrheit der erwachsenen Betroffenen beschwerdefrei, normalerweise in Mengen von bis zu 50 g pro Tag, vertragen wird. In Schweden und Kanada hat man sich deshalb dazu entschlossen, den Konsum von nicht kontaminiertem Hafer bis zu dieser täglichen Menge freizugeben

Es gibt inzwischen auch bei uns solche speziellen Haferprodukte, welche den gesetzlich vorgeschriebenen Wert von unter 20 ppm Gluten (bezogen auf Weizen, Roggen und Gerste) einhalten. Allerdings empfiehlt die deutsche Zöliakiegesellschaft auf Grund der Tatsache, dass Personen vereinzelt Hafer grundsätzlich nicht vertragen, sich ärztlich begleiten zu lassen und immer wieder Blutuntersuchungen hinsichtlich Zöliakie-Antikörper durchzuführen.

Quelle: Deutschen Zöliakie-Gesellschaft


Welche Symptome können im Zusammenhang mit Zöliakie auftreten?

Die Symptome und die Schwere des Krankheitsbildes können sehr unterschiedlich sein, was das Erkennen erschwert. Mögliche Symptome sind Gewichtsverlust, Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Depressionen und im Kindesalter eine Gedeihstörung (verlangsamte körperliche Entwicklung).

Quelle: Wikipedia


In welchem Alter tritt Zöliakie am häufigsten auf?

Die Krankheit manifestiert sich bei Kindern häufig am Ende des ersten oder am Beginn des zweiten Lebensjahres, jeweils Wochen bis Monate nach dem Übergang von Milch- auf Getreidebrei-Nahrung. Allerdings kann Zöliakie in jedem Lebensalter auftreten, wobei die Wahrscheinlichkeit im Säuglingsalter bzw. Schulalter und im 4. Lebensjahrzehnt am höchsten ist. Es darf nicht vergessen werden, dass die diagnostische Latenz (Zeit zwischen dem Auftreten erster Symptome und der definitiven Feststellung der Erkrankung) 4 Jahre beträgt! Frauen sind übrigens ca. doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Quelle: Österreichische Arbeitsgemeinschaft Zöliakie, Gesundheitslexikon


Wie häufig ist Zöliakie?

Es wurde lange davon ausgegangen, dass in Mitteleuropa etwa eine von 1.000 Personen an Zöliakie leidet. Neuere Studien und Untersuchungen machen jedoch eine Häufigkeit von 1:300 bis 1:100 wahrscheinlich – also ca. 0,3 bis 1 Prozent der Bevölkerung. Es ist aber so, dass in 80–90% der Fälle die Beschwerden so untypisch oder so schwach ausgeprägt sind, dass die Erkrankung nicht erkannt oder nicht bemerkt wird. Es gibt also deutlich mehr Menschen mit Zöliakie, bei denen die Diagnose wahrscheinlich niemals gestellt wird, als solche, bei denen die Erkrankung bekannt ist.

Quelle: Netdoktor


Was versteht man unter Glutensensitivität bzw. Glutenintoleranz?

Glutensensitivität oder Glutenintoleranz ist ein Krankheitsbild, das erst seit kurzem beschrieben wird und welches möglicherweise durch Gluten bedingt ist. Aber auch Adenosin-Triphosphat-Amylase (kurz ATI), ein Protein, das in modernen Weizenzüchtungen vermehrt vorkommt, steht im Verdacht für die Glutensensitivität verantwortlich zu sein. Derzeit ist der wahre Auslöser der Glutensensitivität oder Glutenintoleranz ist noch nicht gefunden. Es scheint aber so zu sein, dass diese Sensitivität nur gegen bestimmte Bestandteile im Weizen gerichtet ist, nicht gegen andere Getreidesorten. Somit wäre es eher eine Weizensensitivität.

Obwohl die auftauchenden Symptome jenen der Zöliakie ziemlich ähnlich sind und eine glutenfreie/weizenfreie Ernährung Betroffenen hilft, darf sie nicht der Zöliakie gleichgesetzt werden oder als „milde“ Variante der Zöliakie verstanden werden. Im Unterschied zur Zöliakie sind keine Antikörper im Blut zu finden und auch die Darmzotten weisen keine Schädigung auf.

Das Wissen über diese Krankheitsbilder ist noch ziemlich eingeschränkt, da sich die Medizin erst sein wenigen Jahren damit beschäftigt. Derzeit gibt es viele Thesen und Vermutungen. Ich werde euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten.

Quelle: NMI


Welche finanzielle Unterstützung gibt es für Zöliaken in Österreich?

In Österreich gibt es für Erwachsene einen Steuerfreibetrag von 70 Euro pro Monat bzw. können die Belege aufbewahrt und dann bei der Arbeitnehmerveranlagung eingereicht werden.

Allerdings muss die Zöliakie von einem Facharzt festgestellt werden und anschließend vom Bundessozialamt der Behinderungsgrad festgestellt werden. Dieser muss über 25 Prozent liegen, damit man die Krankendiätverpflegung geltend machen kann. In der Regel werden erwachsene Zöliaken mit 30 Prozent Behinderungsgrad eingestuft.
Kinder bis 18 Jahre werden bei Zöliakie automatisch mit einem Behinderungsgrad von 50 Prozent eingestuft. Dann gibt es für sie die erhöhte Familienbeihilfe, wodurch zusätzlich 262 Euro pro Monat beim Familienbeihilfebezieher bei der Arbeitnehmerveranlagung geltend gemacht werden können.

Quelle: BMF, help.gv.at