Interessant: So sieht die finanzielle Unterstützung für Zöliakien in Italien aus

Interessant: So sieht die finanzielle Unterstützung für Zöliakien in Italien aus

4 3556
Ich habe vor wenigen Tagen von einer freundlichen Italienerin bezüglich der finanziellen Leistungen für Zöliaken in Österreich eine Anfrage erhalten, da sie jetzt in Salzburg wohnt und arbeitet. Nachdem ich sie dahingehend aufgeklärt habe, musste ich ihr natürlich die Frage stellen, wie es denn in Italien so darum bestellt ist. Mir ist zwar bei einigen Urlauben in „Bella Italia“ schon zu Ohren gekommen, dass es dort vor allem für Erwachsene viel mehr Geld gibt. Jedoch wusste ich nicht, wie viel Geld es genau ist und wie das Ganze abläuft (vielen Dank Laura). Ich muss zugeben, ich war nicht wenig überrascht und bin mir jetzt im Klaren darüber, warum Italien für uns das Paradies wäre (und im Urlaub ist). Sie schreibt:
„In Italien ist die Zöliakie kein Problem. Fast überall kann man glutenfrei essen. Die Restaurants sind alle sehr gut darüber informieret und die Italienische AIC (Arbeitsgemeinschaft für Zöliakie-Betroffene) macht eine super Job in ganzen Italien.“
Man bekommt unterschiedliche Unterstützungen pro Monat:
Alter                                 Männer                Frauen
bis 1 Jahr                            45,00 €                   45,00 €
bis 3,5 Jahre                      62,00 €                   62,00 €
bis 10 Jahre                       94,00 €                   94,00 €
Erwachsene                       140,00 €                 99,00 €
Es funktioniert so: Im Januar jedes Jahr geht man zur Krankenkasse und bekommt 12 Rezepte (für die 12 Monate). Mit diesen Rezepten kann man in Apotheken oder bestimmte Geschäfte gehen und alles kaufen ohne natürlich dafür bezahlen. Es gibt so viele verschiedene Marken – nicht nur Dr. Schär, auch Nutrifree, Giusto, Biaglut, Agluten, Pandea, JS, DS, Gliko, Probios, usw.
Fest steht, dass man in Österreich als Kind (bis 18 Jahre) über die Arbeitnehmerveranlagung und vor allem über die erhöhte Familienbeihilfe – seit Juli 2014 sind das immerhin 150 Euro pro Monat – bessere Bedingungen vorfindet als in Italien. Als Erwachsener hingegen hat man bei uns absolut das Nachsehen. Vor allem erhöht das Rezept-System in Italien natürlich die Motivation, glutenfreie Produkte herzustellen und auch das Bewusstsein für diese Erkrankung in der Bevölkerung wird dadurch geschaffen.
Mit dem System in Deutschland oder in der Schweiz habe ich mich noch nicht beschäftigt, aber vielleicht kann ein/e Leser/in dazu beitragen.

4 Kommentare

  1. Vielen Dank für den interessanten Artikel! Ich kann Ihnen nur erzählen, wie es in Finnland ist: Alle Zöliakie-Patienten bekommen von der Sozialkrankenkasse 23 Euro im Monat aufs Konto überwiesen. Aber das nur, wenn man durch ein ärztliches Attest nachweisen kann, dass die Zöliakie durch eine Darmprobe festgestellt wurde. Eine positive Blutprobe reicht nicht aus.

  2. In Deutschland gibt es leider gar kein System!
    Hier gibt es weder was von der Krankenkasse,
    Noch wäre es vielleicht steuerlich oder sonst
    irgendwie geltend zu machen…
    🙁

  3. Das finde ich auch sehr sehr schwach!!!!! Es sind einfach sehr hohe Kosten,wo man nichts dafür kann…und keiner fragt danach.schwaches Deutschland

  4. Als Hartz⁴ Empfänger hat man sehr wohl einen Zuschlag bei Zöliakie. Dieser beträgt meines Wissens etwa 110€ monatlich. Leider kann ich nicht nachvollziehen, warum ich als Angestellter nicht den gleichen Anspruch auf Unterstützung habe. Ich werde eine Petition starten. Schließlich sind wir für die Kassen eher von Vorteil, da wir uns bewusst ernähren und gerade von fast food Abstand halten. Medikamente ist andere Hilfsmittel wie z. B. Bei Diabetikern werden nicht benötigt. Also?

Antwort hinterlassen