Glutensensitivität bzw. Glutenintoleranz – was ist das?

Glutensensitivität bzw. Glutenintoleranz – was ist das?

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Glutensensitivität oder Glutenintoleranz ist ein Krankheitsbild, das erst seit kurzem beschrieben wird und welches möglicherweise durch Gluten bedingt ist. Aber auch Adenosin-Triphosphat-Amylase (kurz ATI), ein Protein, das in modernen Weizenzüchtungen vermehrt vorkommt, steht im Verdacht für die Glutensensitivität verantwortlich zu sein. Derzeit ist der wahre Auslöser der Glutensensitivität oder Glutenintoleranz ist noch nicht gefunden. Es scheint aber so zu sein, dass diese Sensitivität nur gegen bestimmte Bestandteile im Weizen gerichtet ist, nicht gegen andere Getreidesorten. Somit wäre dieses Krankheitsbild eher als „Weizensensitivität“ einzustufen.

Obwohl die auftauchenden Symptome jenen der Zöliakie ziemlich ähnlich sind (zB Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Kopfschmerzen, Müdigkeit etc.) und eine glutenfreie/weizenfreie Ernährung Betroffenen hilft, darf sie nicht der Zöliakie gleichgesetzt werden oder als “milde” Variante der Zöliakie verstanden werden. Im Unterschied zur Zöliakie sind keine Antikörper im Blut zu finden und auch die Darmzotten weisen keine Schädigung auf. Nach derzeitigem Wissensstand kann die Glutensensitivität oder Glutenintoleranz reversibel sein und sich bei strikter glutenfreier Ernährung innerhalb von 1 bis 2 Jahren zurückbilden.

Die Diagnose erfolgt über das sogenannte Ausschlussverfahren. Das heißt, dass zunächst eine mögliche Zöliakie mittels Bluttest und Biopsie ausgeschlossen wird, eine Weizenallergie und andere Nahrungsmittelallergien mit einem Allergietest überprüft werden und andere Nahrungsmittel-Intoleranzen (z.B. Laktoseintoleranz) über einen H2-Atemtest ausgeschlossen werden. Sollte hier nichts gefunden werden folgt eine strenge glutenfreie/weizenfreie Eliminationsdiät. Wenn hier nach wenigen Tagen eine deutliche Besserung der vorhandenen Symptome auftritt, kann von einer Glutenintoleranz oder Glutensensitivität ausgehen ausgegangen werden.

Generell ist das Wissen über diese Krankheitsbilder noch ziemlich eingeschränkt, da sich die Medizin erst seit wenigen Jahren damit beschäftigt. Derzeit gibt es viele Thesen und Vermutungen. Wenn es neue Erkenntnisse Gibt werden ich auf jeden Fall darüber berichten.

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