Glutenfrei heißt nicht, sich gesund zu ernähren

Glutenfrei heißt nicht, sich gesund zu ernähren

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All jene, die Zöliakie haben und sich somit eine Leben lang glutenfrei ernähren müssen, wissen was dies bedeutet: Auswärts Essen wird zum Problem, glutenfreie Lebensmittel sind nicht überall erhältlich und auch das Kochen/Backen zu Hause wird nicht einfacher. Diese Liste könnte noch um einige Punkte erweitert werden.

Allerdings gibt es in den letzten Jahren immer mehr Menschen, die sich (zumindest teilweise) und freiwillig glutenfrei ernähren. Dieser Trend ist aus den USA übergeschwappt, hat in Hollywood seinen Ursprung, wo es derzeit als hipp und gesund gilt, sich auf diese Weise zu ernähren.

Warnung der Deutschen Zöliakie Gesellschaft
Bianca Maurer von der Deutschen Zöliakie Gesellschaft erklärt in einem Interview gegenüber der Thüringischen Landeszeitung, dass dieser Trend nicht zu befürworten sei, weil glutenfreie Ernährung für Gesunde keinerlei Vorteile biete. Im Gegenteil: Manche würden sogar zunehmen, denn „die glutenfreien Produkte enthalten in der Regel weniger Ballaststoffe und sind durch das fehlende Klebereiweiß trockener, erklärt Maurer. Um das auszugleichen, ist meist der Anteil an Zucker und Fett höher.“

Zwar steige durch die größere Nachfrage an glutenfreien Produkten deren Anzahl, was durchaus eine wünschenswerte Entwicklung sei, weil damit auch das Bewusstsein für die Erkrankung größer werde. Auf der anderen Seite bringe die freiwillige glutenfreie Ernährung laut Maurer ein weiteres Problem mit sich: „Betroffene, die zwingend auf die glutenfreie Kost angewiesen sind, werden nicht mehr ernst genommen.“

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