Gluten, Laktose, Fruktose – Journalistin schreibt über die „eingebildeten Allergiker“

Gluten, Laktose, Fruktose – Journalistin schreibt über die „eingebildeten Allergiker“

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Susanne Schäfer, von Beruf Wissenschaftsjournalistin, ist der Meinung, dass immer mehr Menschen ohne echte Allergie, freiwillig auf Lebensmittel verzichten, wo etwa Lactose, Gluten oder Fructose enthalten sind. Diese Behauptung entbehrt nicht jeder Grundlage, denn es steht fest, dass beispielsweise inzwischen 9 Prozent aller Deutschen (in Österreich wird sich die Situation ähnlich verhalten) teilweise oder überhaupt ganz auf Gluten verzichten, obwohl nur ca. 0,3 Prozent an Zöliakie leiden. Ob es zusätzlich eine Überempfindlichkeit gegen Gluten gibt (Glutensensitivität), ist unter Medizinern noch sehr umstritten. Das bedeutet, so Schäfer: „Es gibt sie, die gefühlten Unverträglichkeiten. Und sie sind weit verbreitet.“

Immer mehr Menschen machen sich zu große Sorgen über ihre Ernährung. Dies beweisen auch diverse Umfragen, wonach jeder vierte Deutsche glaubt, dass er bestimmte Inhaltsstoffe bzw. Nahrungsmittel nicht mehr verträgt. Es gibt also mehr gefühlte Patienten als echte. Auch die Wirtschaft hat inzwischen darauf reagiert und füllt ganze Regale für „Ernährungssensible“. In unserem Alltagsleben ist dieses Phänomen ebenfalls angekommen, da praktisch bei jeder Einladung eine Person dabei ist, die auf irgendetwas allergisch ist, oder zumindest glaubt zu sein.

Warum gibt es diese Entwicklung?
Laut Ansicht von Schäfer liegt dies auch an unserem Gesundheitsideal: „Jeder ist aufgefordert, sich bis ins hohe Alter gesund und fit zu halten. Den Schlüssel zur ewigen Gesundheit sehen wir in der Ernährung. Diverse Gurus bedienen diese Sehnsüchte und predigen eine Spezialernährung, von Rohkost bis zur Steinzeitdiät. So wird die Ernährung heute vielen zu einer Ersatzreligion.“

Diese Entwicklung birgt aber auch Gefahren. Durch diverse Diäten oder den Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel kann es vor allem bei Kindern zu Mangelerscheinungen kommen. Zudem gehe auch für unsere Esskultur etwas Wichtiges verloren, nämlich der Genuss, so Schäfer.

 

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