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Wie wäre es, seine Essgewohnheiten von heute auf morgen grundlegend ändern zu müssen? Sein Lieblingsessen nicht mehr genießen zu können? Auf Sondernahrungsmittel angewiesen zu sein und unter seinen Freunden bestenfalls als „Exot“, schlimmstenfalls jedoch als „Außenseiter“ dazustehen?

So ergeht es Carina Kalteisen in dem neu erschienen Jugendroman „Hey Darmzotte!“ von Verena Herleth (Verlag edition riedenburg). Mit zwölf Jahren erfährt sie, dass sie an der Autoimmunerkrankung „Zöliakie“ leidet. Bei dieser unheilbaren Krankheit kann der Dünndarm das Klebereiweiß Gluten, welches u.a. in den Getreidesorten Weizen, Dinkel, Gerste, Hafer und Roggen enthalten ist, nicht in seine Bestandteile zerlegen und es kommt zu einer Entzündung der Darmschleimhaut. Dies hat zur Folge, dass sich die Darmzotten zurückbilden und der Körper nicht mit den benötigten Nährstoffen versorgt werden kann. Um den Darm gesund zu erhalten, darf Carina folglich keinerlei Gluten mehr essen. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn glutenhaltiges Getreide findet sich in unzähligen Lebensmitteln.

Da Carina ihre vorgeschriebene Gluten-Diät nicht sonderlich streng einhält, findet sie sich des Öfteren mit schlimmen Bauchschmerzen im Krankenhaus wieder. Schließlich sorgen ihre Eltern dafür, dass sie auf einen Ernährungskurs fährt, der weit entfernt von ihrem Heimatort stattfindet. Dort trifft Carina das erste Mal auf andere Jugendliche, die ebenfalls von Zöliakie betroffen sind, und es entwickeln sich ganz spezielle Begebenheiten …

Eingebunden in eine spannende Geschichte beschreibt der Jugendroman „Hey Darmzotte!“ den Umgang und die innere Auseinandersetzung einer von Zöliakie- und Laktoseunverträglichkeit betroffenen 12-jährigen. Neben den typischen Jugendthemen kommen auch krankheitsspezifische Informationen nicht zu kurz. Diese Mischung macht das Buch zu einer interessanten Lektüre für alle Personen, die an dem Thema interessiert sind. Der fundierte und gut lesbare Inhalt überzeugte nicht zuletzt die Deutsche Zöliakie Gesellschaft (DZG), welche eine offizielle Empfehlung für das Werk von Verena Herleth ausspricht.

Die Autorin über ihr Buch: „Immer mehr Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind von Glutenintoleranz betroffen. Die ansteigenden Zahlen ließen mich nach einem entsprechenden Buch suchen, das ich mit meiner Schulklasse hätte lesen können. Überrascht stellte ich fest, dass es zu dieser Thematik kein adäquates Buch im Handel gab. Nach einigen Jahren der Recherche, einem mehrmonatigen glutenfreien Selbstversuch und der Verschriftlichung entstand ‚Hey Darmzotte!‘. Während des Schreibens war es mein Anspruch, dass sich alle von Zöliakie Betroffenen im Buch wiederfinden und gleichzeitig all jene, die sich für das Thema interessieren, ausführliche Informationen erhalten. Ich wünsche allen, die meinen Jugendroman ‚Hey Darmzotte!‘ in Händen halten, informativen Lesespaß und einen letztlich doch etwas gelasseneren Umgang mit diesem heiklen Thema.“

Link-Amazon: „Hey Darmzotte!“