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Viele Personen, die sich glutenfrei ernähren, sind beim Thema „Hafer“ immer wieder verunsichert, da es hier unterschiedliche Meinungen gibt. Auch unter Medizinern wird die Sachlage immer wieder diskutiert, da zwar verschiedene klinische Studien belegen, das nicht kontaminierter Hafer, welcher speziell für Zöliaken produziert wird, grundsätzlich vertragen wird – aber eben nicht von allen Betroffenen!

Feine Unterschiede im deutschsprachigen Raum!

In Deutschland können seit März 2016 auch Haferprodukte aus nicht-kontaminiertem Hafer mit dem Symbol der durchgestrichenen Ähre gekennzeichnet werden und gelten somit als glutenfrei. Das Symbol ist zusätzlich mit dem Hinweis „oats“ (engl.: Hafer) ergänzt, so dass es für den Verbraucher ersichtlich ist, dass es sich um ein lizensiertes, glutenfreies Lebensmittel handelt, das nicht-kontaminierten Hafer enthält. Weiters weist die DZG (Deutsche Zöliakie-Gesellschaft) darauf hin, dass in der „Leitlinie Zöliakie“, wo auch die DZG mitgearbeitet hat, festgehalten wird, dass „der Hafer von einer glutenfreien Diät nicht ausgeschlossen ist, wenn unter dem Verzehr keine Beschwerden oder Symptome auftreten.“

Auch die Österreichische Arbeitsgemeinschaft Zöliakie beruft sich auf klinische Studien, wonach Hafer von Zöliakie-Betroffenen gut vertragen wird. Außerdem laute „die gesetzliche Regelung in der EU-Verordnung 828/2014: Hafer darf als glutenfrei bezeichnet werden, wenn die Kontamination mit glutenhaltigem Getreide ausgeschlossen wurde.“ Die ÖAZ weist in diesem Zusammenhang so wie die DZG auf das glutenfreie Symbol mit der Zusatzbezeichnung „oats“ hin.

In der Schweiz ist man mit dem Umgang von Hafer etwas vorsichtiger und empfiehlt dabei eine ärztliche Betreuung . Zwar steht man auch bei den Eidgenossen dem Hafer grundsätzlich positiv gegenüber, jedoch greift die IG Zöliakie auf Studien zurück, die beweisen, dass „eine geringe Anzahl von Zöliakie-Betroffenen nachweislich auf das Avenin im Hafer reagiert. Der wissenschaftliche Beirat kann daher keine generelle Empfehlung zum Verzehr von gf Hafer für jeden Betroffenen geben. Einer kontrollierten Einführung unter ärztlicher Betreuung kann jedoch zugestimmt werden.“  

Fazit
Hafer wird also von den meisten Zöliakie-Betroffenen vertragen. In Deutschland und Österreich gilt die EU-Verordnung, wonach Hafer als glutenfrei bezeichnet werden darf, wenn die Kontamination mit glutenhaltigem Getreide ausgeschlossen wurde. Jeder hat auf Grund der speziellen Bezeichnung der Lebensmittel die Wahlfreiheit, ob er Haferprodukte essen will oder nicht. Nur in der Schweiz wird eine kontrollierte Einführung unter ärztlicher Betreuung empfohlen.

Letztendlich muss also jeder Zöliakie-Betroffene herausfinden, ob er Hafer verträgt, oder nicht. Es wird dabei von der DZG folgende Vorgangsweise empfohlen:

Zöliakie-Betroffene können glutenfreie, nicht kontaminierte Haferflocken und andere Haferprodukte langsam steigernd in die Ernährung einführen. Nach Möglichkeit sollten sie zuvor weitgehend beschwerdefrei sein, um Nebenwirkungen des Hafers erkennen zu können. Der hohe Ballaststoffgehalt kann vorübergehend zu Blähungen, Rumoren und weicherem Stuhl führen. Bei länger anhaltenden Beschwerden sollte mittels Biopsie geklärt werden, ob der Hafer Auswirkungen an der Schleimhaut hat. Andere Diätfehler müssen zuvor ausgeschlossen werden. Verlaufskontrollen sollten wie sonst auch üblich mittels jährlicher Testung der Zöliakie-Antikörper erfolgen. Routinemäßige Biopsien werden nicht empfohlen.

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Leidet jemand nach dem Verzehr von Nudeln, Brot etc. an Unwohlsein, Bauchschmerzen oder Verdauungsproblemen, ist das Bewusstsein in der Bevölkerung, aber auch bei den Ärzten, dafür gestiegen, dass es sich um Zöliakie handeln könnte. Ob es wirklich Zöliakie ist, kann bekanntlich mittels Bluttest und Darmbiopsie festgestellt werden. Ist diese Diagnose negativ, aber die Beschwerden treten dennoch auf, könnte es sich auch um eine Weizensensitivität handeln. Da es aber nach wie vor oftmals Verwirrung darüber gibt, wo denn der Unterschied zwischen der Zöliakie und der Weizensensitivität liegt, hat die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft vor wenigen Monaten einen kleinen Leitfaden veröffentlicht, wo genau ersichtlich ist, wie sich die beiden Krankheitsbilder unterscheiden, welche Symptome es gibt und wie die Diagnose bzw. Behandlung zu erfolgen hat.

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Ganz wichtig ist laut der DZG, dass die richtige Diagnose und Behandlung Betroffene nur beim Facharzt erhalten. Etwaige Selbsttests, die inzwischen schon vielfach in Geschäften oder auch online erhältlich sind, oder eine Selbsttherapie, können den Leidensweg verlängern und Begleit- oder Folgeerkrankungen begünstigen.