Yearly Archives: 2017

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Wie wäre es, seine Essgewohnheiten von heute auf morgen grundlegend ändern zu müssen? Sein Lieblingsessen nicht mehr genießen zu können? Auf Sondernahrungsmittel angewiesen zu sein und unter seinen Freunden bestenfalls als „Exot“, schlimmstenfalls jedoch als „Außenseiter“ dazustehen?

So ergeht es Carina Kalteisen in dem neu erschienen Jugendroman „Hey Darmzotte!“ von Verena Herleth (Verlag edition riedenburg). Mit zwölf Jahren erfährt sie, dass sie an der Autoimmunerkrankung „Zöliakie“ leidet. Bei dieser unheilbaren Krankheit kann der Dünndarm das Klebereiweiß Gluten, welches u.a. in den Getreidesorten Weizen, Dinkel, Gerste, Hafer und Roggen enthalten ist, nicht in seine Bestandteile zerlegen und es kommt zu einer Entzündung der Darmschleimhaut. Dies hat zur Folge, dass sich die Darmzotten zurückbilden und der Körper nicht mit den benötigten Nährstoffen versorgt werden kann. Um den Darm gesund zu erhalten, darf Carina folglich keinerlei Gluten mehr essen. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn glutenhaltiges Getreide findet sich in unzähligen Lebensmitteln.

Da Carina ihre vorgeschriebene Gluten-Diät nicht sonderlich streng einhält, findet sie sich des Öfteren mit schlimmen Bauchschmerzen im Krankenhaus wieder. Schließlich sorgen ihre Eltern dafür, dass sie auf einen Ernährungskurs fährt, der weit entfernt von ihrem Heimatort stattfindet. Dort trifft Carina das erste Mal auf andere Jugendliche, die ebenfalls von Zöliakie betroffen sind, und es entwickeln sich ganz spezielle Begebenheiten …

Eingebunden in eine spannende Geschichte beschreibt der Jugendroman „Hey Darmzotte!“ den Umgang und die innere Auseinandersetzung einer von Zöliakie- und Laktoseunverträglichkeit betroffenen 12-jährigen. Neben den typischen Jugendthemen kommen auch krankheitsspezifische Informationen nicht zu kurz. Diese Mischung macht das Buch zu einer interessanten Lektüre für alle Personen, die an dem Thema interessiert sind. Der fundierte und gut lesbare Inhalt überzeugte nicht zuletzt die Deutsche Zöliakie Gesellschaft (DZG), welche eine offizielle Empfehlung für das Werk von Verena Herleth ausspricht.

Die Autorin über ihr Buch: „Immer mehr Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind von Glutenintoleranz betroffen. Die ansteigenden Zahlen ließen mich nach einem entsprechenden Buch suchen, das ich mit meiner Schulklasse hätte lesen können. Überrascht stellte ich fest, dass es zu dieser Thematik kein adäquates Buch im Handel gab. Nach einigen Jahren der Recherche, einem mehrmonatigen glutenfreien Selbstversuch und der Verschriftlichung entstand ‚Hey Darmzotte!‘. Während des Schreibens war es mein Anspruch, dass sich alle von Zöliakie Betroffenen im Buch wiederfinden und gleichzeitig all jene, die sich für das Thema interessieren, ausführliche Informationen erhalten. Ich wünsche allen, die meinen Jugendroman ‚Hey Darmzotte!‘ in Händen halten, informativen Lesespaß und einen letztlich doch etwas gelasseneren Umgang mit diesem heiklen Thema.“

Link-Amazon: „Hey Darmzotte!“

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Diese Schlagzeile mag zwar auf Grund der in vielen katholischen Pfarrgemeinden gelebten Praxis verwunderlich klingen, entspricht aber der Wahrheit. In einem vor wenigen Wochen veröffentlichten Rundbrief an katholische Bischöfe stellt der im Vatikan für das heilige Sakrament zuständige Kardinal Robert Sarah klar, dass glutenfreie Hostien für die Kommunion „ungültige Materie“ seien. Dies wurde zwar schon in einem Rundschreiben aus dem Jahr 2003 betont, aber offensichtlich wird dieser Regelung in vielen Pfarrgemeinden nicht Folge geleistet. Deshalb hat sich Kardinal Robert Sarah erneut zu Wort gemeldet – spricht tatsächlich von einem „geringer werdenden Respekts vor dem Heiligen“ – und mahnt von den Bischöfen ein, dass sie die Qualität des für die Kommunion bestimmten Brotes und Weines besser überwachen müssten.

Die Details
Laut dem Vatikan müssen Hostien einen minimalen Anteil an Gluten enthalten, damit sie an Gläubige verteilt werden könnten – Zitat: „Hostien, die wenig Gluten enthalten, jedoch so viel, dass die Zubereitung des Brotes möglich ist ohne fremdartige Zusätze und ohne Rückgriff auf Vorgangsweisen, die dem Brot seinen natürlichen Charakter nehmen, sind gültige Materie.“ Des Weiteren müsse das Brot ungesäuert sein und aus reinem Weizen bestehen. Die Beifügung von Früchten, Zucker oder Honig wird laut dem Schreiben als „schwerer Missbrauch“ verurteilt.

Was heißt das für uns Zöliaken?
Wird diese Regelung von einem Pfarrer streng befolgt, heißt es konkret, dass Zöliaken im Endeffekt von der Kommunion ausgeschlossen werden. Die Alternative, dass Zöliakie-Erkrankten die Kommunion laut dem Vatikan auch nur in Gestalt des Weines empfangen könnten, klingt angesichts der Tatsache, dass dieser erst ab 16 konsumiert werden darf, schon ein wenig zynisch.

 

 

 

 

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Ein innovatives Konzept, „Gesunde Ernährung statt Medizin“, verbindet kompetente Beratung, Workshops, gesundes Essen, Convenience und besten Geschmack!

Die Ernährungs- und Bio-Expertin Elmira Bertagnoli erfüllt sich ihren jahrelangen Traum und eröffnet dieser Tage in Wien das nach ihr benannte „Elmira“ Gesundheitszentrum in der Vorgartenstrasse 129-143 im 2. Bezirk.

Gesunde Ernährung und die Herstellung von gesunden, hochwertigen Bio Lebensmitteln sind seit langem die beruflichen Ziele und wichtigen Lebensinhalte von Elmira Bertagnoli. Elmira und ihre Familie ernähren sich schon seit langem sehr gesund und ernten privat die Früchte dieses heute sehr seltenen Lebensstils in Form von einem hohen Maß an Lebensqualität und Energie. Die schrittweise Umstellung auf frisch zubereitete Speisen aus Bio Zutaten, pflanzliche Vollwertkost, Yoga, Sport und Bewegung sind die wesentlichen Bausteine ihres persönlichen Wohlbefindens.

Elmira wurde in den letzten Jahren sehr häufig von Freunden und Bekannten darauf angesprochen, ihr Wissen um gesunde Ernährung und die gesunden Bio Produkte von Lemberona doch mit einem eigenen Konzept in Wien zu versuchen. Schrittweise reifte die Idee eines Gesundheitszentrums – Zentrum für gesunde Produkte, in welchem Konsumenten/innen die Möglichkeit zu kompetenter Beratung in Sachen Ernährung, Bio, Abnehmen, Yoga, Sport und Lebensstil allgemein bekommen kommen und dann gleichzeitig auch vor Ort einfach und praktisch umsetzen können. Neben der individuellen Beratung werden auch Workshops zu unterschiedlichen Themen im Zusammenhang mit einem gesunden Lebensstil angeboten.

Das Elmira ist kein Restaurant,

aber es gibt ein kleines und feines Sortiment an gesunden Snacks, Speisen und Getränken. Und wer seine Gäste oder Firmenpartner einmal mit einem gesunden Buffet überraschen will, auf Vorbestellung ist auch Catering möglich. Als besonders Plus gibt es auch das gesamte verpackte Lemberona Sortiment der Marken Bio-leben, Pearls of Samarkand und Vitarona (sauberes, glutenfreies Bio Athletic Superfood) sowie den Verkauf einer großen Auswahl von unverpackten Bio Lebensmitteln.

Lemberona produziert nicht nur nach den strengen Vorgaben von BIO und FAIRTRADE, sondern auch bewusst nachhaltig und verwendet ausschließlich echte vegane gentechnikfreie, saubere und vitalisierende Lebensmittel, ohne Konservierungsstoffe und ohne Zusatz von Öl, Hefe, Lecithin oder Salz. Besonders gefragt sind bei unseren Kunden die mundgerecht, vegan verpackten Rohkostsnacks, Bio Rohkost oder Waffelsnacks als kleine, gesunde Zwischenmahlzeit kombiniert mit Cold-brew Coffee oder gesunden, wohlschmeckenden Smoothies sowie veganem Eis.  Alle Informationen findet man auf www.elmira.at und www.lemberona.at

 

 

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Die Selbstdiagnose von Krankheiten wir bei der Bevölkerung immer beliebter. Viele Personen, welche diverse Symptome aufweisen, googeln zunächst einmal im Internet, was ihnen fehlen könnte. Dies betrifft auch das Krankheitsbild der Zöliakie. Die Pharma-Industrie hat diesen Trend wahrgenommen und bringt jetzt zusätzlich immer mehr sogenannte „Schnelltests“ auf den Markt, welche helfen sollen, über den Gesundheitszustand zu informieren. Die Bandbreite ist inzwischen groß und reicht von der Cholesterinwert-Bestimmung, über den Eisenmangel bis hin zur Glutenunverträglichkeit. Speziell in bei der Bestimmung einer möglichen Glutenunverträglichkeit ist aber laut der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft (DZG) Vorsicht geboten.

Keine sichere Diagnose bei Schnelltests
Die im Internet oder auch in der Apotheke angebotenen Schnelltests stellen mittels eines aus der Fingerspitze entnommenen Bluttropfens die Konzentration an zöliakietypischen Transglutaminase-IgA-Antikörpern fest. Jedoch ist dies anschließende Diagnose nicht sicher, erklärt Dr. Stephanie Baas, medizinische Beraterin der DZG: „Falsch positive Ergebnisse können ebenso auftreten wie eine voreilige Entwarnung. Zum einen sind nicht bei allen Betroffenen die im Test herangezogenen IgA-Antikörper nachweisbar, denn einer von 1.000 Menschen bildet diese Abwehrstoffe genetisch bedingt nicht aus. Zum anderen produzieren manche Menschen Transglutaminase-IgA-Antikörper, ohne von Zöliakie betroffen zu sein.“ Schenken diese Personen dem Schnelltest vertrauen, bleibt die Zöliakie möglicher Weise unerkannt.

Nur zweistufiges Diagnoseverfahren bietet Sicherheit
In diesem Fall überprüft der Gastroenterologe die Konzentration an Transglutaminase-IgA-Antikörpern im Blut und noch weitere Parameter, um eine Fehldiagnose auszuschließen. Ist das Ergebnis positiv wird zudem eine Dünndarmbiopsie durchgeführt. „In Deutschland ist dieses zweistufige Verfahren der vorgegebene Standard für eine sichere Diagnose der Zöliakie“, so Baas. „Der Patient muss sich allerdings bis zur Diagnose glutenhaltig ernähren. Denn eine vorsorgliche glutenfreie Ernährung verfälscht das Ergebnis der Untersuchungen.“

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Amarant, oder auch oft Amaranth geschrieben, wird für die Nahrungsmittelindustrie immer interessanter. Die Pflanze mit den kleinen runden Samen hat nämlich die besondere Eigenschaft kein Gluten zu enthalten. Denn Amarant ist nämlich kein Getreide, sondern gehört zur Gattung der Fuchsschwanzgewächse. Dennoch lässt es sich ähnlich wie Getreide verwenden. So dient Amarant, wie andere Pseudo-Getreide auch, als Ersatz für Weizen und Roggen.

Verwendung
Amarant lässt sich beispielsweise zu Mehl verarbeiten und kann so in Brot und Kuchen Verwendung finden. Durch den kräftig, nussigen Geschmack passt Amarant gut als Beilage zu Gemüse oder Fleisch. Aber auch Aufläufe lassen sich mit den Samen zubereiten.

Zubereitung
Das Pseudo-Getreide wird ähnlich wie Reis verarbeitet: Es muss die doppelte Menge Wasser hinzugegeben werden und das Ganze für ca. 20 bis 30 Minuten bei niedriger Temperatur gegart werden. Anschließend kann je nach Geschmack gewürzt oder auch mit Butter serviert werden.

Es können aber auch Süßspeisen mit Amarant zubereitet werden. Etwa ein süßer Auflauf, wo man die Samen in heißer Milch aufquellen lässt. Schlussendlich findet man Amarant auch in vielen Müslis oder kombiniert mit Früchten.

Preislich gesehen kostet ein 1 kg Amarant ca. 5  bis 6 Euro pro kg. Somit sind die Samen im Vergleich zu Reis oder Mais sicherlich teuer, können aber das Nahrungsangebot für Zöliaken durchaus sinnvoll ergänzen. Amarant ist nämlich sehr eiweißreich und enthält außerdem relativ viel Eisen sowie ungesättigte Fettsäuren.

 

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Die Universität von Chicago gilt als federführend im Bereich der Forschung rund um Zöliakie. Dahingehend haben die Forscher rund um Bana Jabri eine bahnbrechende Entdeckung gemacht. Bislang ist man davon ausgegangen, dass vor allem genetische Ursachen zu Zöliakie führen. Eine Studie an Mäusen zeigt nun aber, dass auch Umweltfaktoren eine Rolle spielen können. Konkret geht es dabei um die Infektion mit ansonsten harmlosen Reoviren.

Im Zuge der Studie wurden Versuchstiere mit zwei verschiedenen Stämmen infiziert, wodurch ihr Immunsystem darauf reagierte. Allerdings fiel bei einem der beiden Virenstämme, der auch häufig Menschen befällt, diese Reaktion bei Anwesenheit von Gluten im Darm heftiger aus. Das Interessante ist, dass in Folge darauf auch das Immunsystem auf das Gluten reagierte. Laut Forscherin Bana Jabri bestätigt sich der Zusammenhang dadurch, weil Zöliakiekranke viel mehr Reoviren-Antikörper aufweisen als Gesunde. Sie schließt deshalb daraus, das bei Babys mit genetischer Vorbelastung eine Infektion des unreifen Darms mit Reoviren dazu führen könnte, dass die Krankheit tatsächlich ausbricht.

Die Forscher sind daher der Meinung, dass es durchaus im Bereich des möglich liegt, künftig mit einer Impfung gegen Zöliakie vorzubeugen. Das wäre einmal eine gute Nachricht!

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Eine aktuelle Studie der Universität von Illinois (Chicago) hat ergeben, dass Personen, die sich glutenfrei ernähren, erhöhte Werte hinsichtlich Arsen und Quecksilber aufweisen. Dazu wurde eine Forschungsgruppe von 73 Patienten untersucht, die auf Gluten verzichten und mit 7.000 weiteren Probanden verglichen. Konkret wurde festgestellt, dass die Arsenwerte im Vergleich zu den Probanden annähernd doppelt so hoch und die Quecksilberwerte bis zu 70 Prozent erhöht waren. Das Ergebnis wurde im Fachblatt Epidemiology veröffentlicht.

Reismehl im Visier
Als Quelle der toxischen Stoffe vermuten die Forscher Reismehl. Dieses wird bei glutenfreien Produkten vielfach als Ersatz für Weizenmehl verwendet.

Weitere Untersuchungen
Grundsätzlich betonen die Forscher, dass die Studie keine grundsätzliche Aussage zu Gesundheitsgefahren durch glutenfreie Ernährung erlaubt. Allerdings betont die Statistikerin Maria Argos, dass „die Ergebnisse einen Hinweis liefern, dass eine glutenfreie Diät unbeabsichtigte Nebenwirkungen hat.“ 

Es ist schon länger bekannt, dass verschiedene Reissorten erhöhte Konzentrationen an Arsen aufweisen, was aber laut Experten des Bundesinstitutes für Risikobewertung bei moderatem Konsum keine Gesundheitsgefahr darstellt. Da aber jene Personen, die sich glutenfrei ernähren müssen, einen viel höheren Anteil an Reismehl zu sich nehmen, müssen weitere Untersuchungen zeigen, ob von Zöliakie Betroffene besonders gefährdet sind.

 

 

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Viele Personen, die sich glutenfrei ernähren, sind beim Thema „Hafer“ immer wieder verunsichert, da es hier unterschiedliche Meinungen gibt. Auch unter Medizinern wird die Sachlage immer wieder diskutiert, da zwar verschiedene klinische Studien belegen, das nicht kontaminierter Hafer, welcher speziell für Zöliaken produziert wird, grundsätzlich vertragen wird – aber eben nicht von allen Betroffenen!

Feine Unterschiede im deutschsprachigen Raum!

In Deutschland können seit März 2016 auch Haferprodukte aus nicht-kontaminiertem Hafer mit dem Symbol der durchgestrichenen Ähre gekennzeichnet werden und gelten somit als glutenfrei. Das Symbol ist zusätzlich mit dem Hinweis „oats“ (engl.: Hafer) ergänzt, so dass es für den Verbraucher ersichtlich ist, dass es sich um ein lizensiertes, glutenfreies Lebensmittel handelt, das nicht-kontaminierten Hafer enthält. Weiters weist die DZG (Deutsche Zöliakie-Gesellschaft) darauf hin, dass in der „Leitlinie Zöliakie“, wo auch die DZG mitgearbeitet hat, festgehalten wird, dass „der Hafer von einer glutenfreien Diät nicht ausgeschlossen ist, wenn unter dem Verzehr keine Beschwerden oder Symptome auftreten.“

Auch die Österreichische Arbeitsgemeinschaft Zöliakie beruft sich auf klinische Studien, wonach Hafer von Zöliakie-Betroffenen gut vertragen wird. Außerdem laute „die gesetzliche Regelung in der EU-Verordnung 828/2014: Hafer darf als glutenfrei bezeichnet werden, wenn die Kontamination mit glutenhaltigem Getreide ausgeschlossen wurde.“ Die ÖAZ weist in diesem Zusammenhang so wie die DZG auf das glutenfreie Symbol mit der Zusatzbezeichnung „oats“ hin.

In der Schweiz ist man mit dem Umgang von Hafer etwas vorsichtiger und empfiehlt dabei eine ärztliche Betreuung . Zwar steht man auch bei den Eidgenossen dem Hafer grundsätzlich positiv gegenüber, jedoch greift die IG Zöliakie auf Studien zurück, die beweisen, dass „eine geringe Anzahl von Zöliakie-Betroffenen nachweislich auf das Avenin im Hafer reagiert. Der wissenschaftliche Beirat kann daher keine generelle Empfehlung zum Verzehr von gf Hafer für jeden Betroffenen geben. Einer kontrollierten Einführung unter ärztlicher Betreuung kann jedoch zugestimmt werden.“  

Fazit
Hafer wird also von den meisten Zöliakie-Betroffenen vertragen. In Deutschland und Österreich gilt die EU-Verordnung, wonach Hafer als glutenfrei bezeichnet werden darf, wenn die Kontamination mit glutenhaltigem Getreide ausgeschlossen wurde. Jeder hat auf Grund der speziellen Bezeichnung der Lebensmittel die Wahlfreiheit, ob er Haferprodukte essen will oder nicht. Nur in der Schweiz wird eine kontrollierte Einführung unter ärztlicher Betreuung empfohlen.

Letztendlich muss also jeder Zöliakie-Betroffene herausfinden, ob er Hafer verträgt, oder nicht. Es wird dabei von der DZG folgende Vorgangsweise empfohlen:

Zöliakie-Betroffene können glutenfreie, nicht kontaminierte Haferflocken und andere Haferprodukte langsam steigernd in die Ernährung einführen. Nach Möglichkeit sollten sie zuvor weitgehend beschwerdefrei sein, um Nebenwirkungen des Hafers erkennen zu können. Der hohe Ballaststoffgehalt kann vorübergehend zu Blähungen, Rumoren und weicherem Stuhl führen. Bei länger anhaltenden Beschwerden sollte mittels Biopsie geklärt werden, ob der Hafer Auswirkungen an der Schleimhaut hat. Andere Diätfehler müssen zuvor ausgeschlossen werden. Verlaufskontrollen sollten wie sonst auch üblich mittels jährlicher Testung der Zöliakie-Antikörper erfolgen. Routinemäßige Biopsien werden nicht empfohlen.

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Leidet jemand nach dem Verzehr von Nudeln, Brot etc. an Unwohlsein, Bauchschmerzen oder Verdauungsproblemen, ist das Bewusstsein in der Bevölkerung, aber auch bei den Ärzten, dafür gestiegen, dass es sich um Zöliakie handeln könnte. Ob es wirklich Zöliakie ist, kann bekanntlich mittels Bluttest und Darmbiopsie festgestellt werden. Ist diese Diagnose negativ, aber die Beschwerden treten dennoch auf, könnte es sich auch um eine Weizensensitivität handeln. Da es aber nach wie vor oftmals Verwirrung darüber gibt, wo denn der Unterschied zwischen der Zöliakie und der Weizensensitivität liegt, hat die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft vor wenigen Monaten einen kleinen Leitfaden veröffentlicht, wo genau ersichtlich ist, wie sich die beiden Krankheitsbilder unterscheiden, welche Symptome es gibt und wie die Diagnose bzw. Behandlung zu erfolgen hat.

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Ganz wichtig ist laut der DZG, dass die richtige Diagnose und Behandlung Betroffene nur beim Facharzt erhalten. Etwaige Selbsttests, die inzwischen schon vielfach in Geschäften oder auch online erhältlich sind, oder eine Selbsttherapie, können den Leidensweg verlängern und Begleit- oder Folgeerkrankungen begünstigen.