Yearly Archives: 2016

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Erfreuliche Nachrichten gibt es für alle Zöliakie-Betroffenen! Die Deutsche Zöliakie Gesellschaft hat nämlich vor knapp einer Woche eine eigene App unter dem Motto „Sicher, seriös und sorgenfrei glutenfrei“ veröffentlicht. Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass man zahlendes Mitglied sein muss, um die App nutzen zu können. Folgendes hat die DZG-App zu bieten:

  • Die DZG-App bietet Sicherheit: Grundlage der App sind die tagesaktuellgepflegten Datenbanken der DZG. Diese werden ständig aktualisiert und überprüft, sodass die Daten immer auf dem neuesten Stand sind. Sind Sie sich unsicher, gibt Ihnen das Team der DZG, aus Experten verschiedener Bereiche, gerne kompetente Auskunft.
  • Die DZG-App bietet Seriosität: Alle Informationen werden von unseren Fachkräften überprüft und sind verifiziert. Nur bestätigte Angaben werden in unsere Datenbanken übernommen.
  • Die DZG-App bietet ein spezielles Angebot für Zöliakiebetroffene, welches Ihnen den Alltag mit Zöliakie erleichtert, sodass Sie sorgenfrei glutenfrei leben können.

Die App steht sowohl für iOS als auch für Android zum Download zur Verfügung. Natürlich würde ich mir wünschen, wenn auch die Österreichische Arbeitsgemeinschaft Zöliakie bald eine derartige App zur Verfügung stellen würde.

 

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Im Mai hat die Lebensmittelkette „MERKUR“ sein „Nimm dir Weizenfrei“- Angebot in die Geschäfte gebracht. Allerdings waren die Produkte damals nicht für Zöliaken geeignet, worauf auch nach Ansicht der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft Zöliakie (ÖAZ) zu wenig deutlich hingewiesen wurde.

Ich bin nun darüber informiert worden, dass die angebotenen Brotwaren bei MERKUR inzwischen neu zertifiziert wurden und somit auch für Zöliaken geeignet sind – Zitat:

„In Zusammenarbeit mit der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft Zöliakie wurde das Weizenfrei Brot & Gebäck auch als Glutenfrei zertifiziert. Der gesamte Produktionsprozess sowohl bei uns in der Backstube als auch bei

MERKUR wird kontrolliert und es werden laufend Proben gezogen, um die Einhaltung des Grenzwertes zu überprüfen.“

Dies ist natürlich eine sehr erfreuliche Nachricht. Somit gibt es eine weitere Anlaufstelle für alle jene, die sich glutenfrei ernähren müssen.

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Nachdem die Weihnachtszeit langsam wieder naht und damit auch das Backen von Keksen beginnt, habe ich meinen Artikel vom letzten Jahr überarbeitet, um euch eine aktuelle Auswahl von Online-Plattformen zusammenzustellen, wo es viele glutenfreie Keksrezepte zur Auswahl gibt und man auch Ideen sammeln kann.

CHEFKOCH
Bei Chefkoch.de gibt es eine große Rubrik, wo sich insgesamt 146 glutenfreie Keksrezepte finden lassen. Neben der jeweiligen Bewertung des Rezepts, wird auch der Schwierigkeitsgrad und die Dauer auf den ersten Blick sichtbar. Klickt man auf das gewünschte Keks, wird das Rezept gezeigt. Hier werden auch weitere Funktionen angeboten, die aber teilweise nur funktionieren, wenn man angemeldet ist.

GLUTENFREI-KOCHEN
Trudel Marquardt bietet auf ihrer Homepage nicht eine Reihe von glutenfreien Keksrezepten an, sondern auch anderes Weihnachtsgebäck, wie zB einen Christstollen oder auch ein Früchtebrot.

ALLRECIPES
Diese Plattform ist eventuell weniger bekannt, dennoch gibt es eine reichhaltige Auswahl an glutenfreien Keksrezepten. Das Angebot an Funktionen (zB Drucken, Einkaufsliste etc.) ähnelt den anderen Webseiten – auch hier ist teilweise eine Anmeldung notwendig.

SCHÄR
Ebenfalls eine große Auswahl von Keksrezepten gibt es auf der Webseite von Schär. Der Vorteil ist, dass vielfach hauseigene Mehl- oder Backmischungen zum Einsatz kommen, welche das Backen erleichtern. Zudem verfügt auch hier jedes Rezept über eine ausführliche Anleitung, wo auch die Zubereitung- und Backzeit sowie der Schwierigkeitsgrad mittels Symbolen dargestellt sind. Der große Nachteil ist, dass man sich anmelden muss, um eine komplette Einsicht in die Rezepte zu erhalten. Sollte das nicht gewünscht sein, eignet sich die Seite immerhin dazu, Ideen zu sammeln.

Weitere Plattformen:

– mitohnekochen
– Pures-Genießen
– Paleo360

Wer weitere Webseiten kennt, kann gerne ein Kommentar mit dem zugehörigen Link hinterlassen.

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Der deutsche Berufsverband der Kinder- u. Jugendärzte weist jetzt in einem aktuellen Artikel auf seiner Homepage darauf hin, dass bei Kindern, die unter Zöliakie leiden, jährlich eine Kontrolle des Gewichts, des Längenwachstums und der Pubertätsentwicklung beim Kinder- und Jugendarzt durchgeführt werden sollte. In Zuge dieser Untersuchung kann unter anderem auch eine Kontrolle des Vitamin D-Status und eine Überprüfung der Schilddrüsenfunktion sinnvoll sein.

Dr. Hermann Josef Kahl, Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) erklärt: „Zöliakie-Patienten leiden ohne Behandlung oft unter einem Mangel an Mikronährstoffen, wie Vitamin D, Vitamin A, Eisen, Folsäure, Vitamin B12, B6, Kalzium, Zink und unter Blutarmut bzw. Anämie. Auch durch die erforderliche Ernährungsumstellung bei Zöliakie können Mangelerscheinungen auftreten. Ob fehlende Nährstoffe evtl. mit Nahrungsergänzungsmitteln zuzuführen sind, kann mithilfe der Laborwerte beurteilt werden“.

 

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Meine Familie und ich haben das Ristorante „Da Mario“ deshalb besucht, weil in einer Tripadvisor-Bewertung geschrieben wurde, dass hier auch glutenfrei gegessen werden kann. Nebenbei ist das idyllische Städtchen Buonconvento, ca. 15 Minuten südlich von Siena gelegen, durchaus einen Abstecher wert.

Wir sind zum Mittagessen gekommen und wurden nicht enttäuscht. Es gab zwei Sorten von glutenfreien Nudeln, die mit vielen Sugos kombiniert werden konnten. Das Essen selbst war geschmacklich sehr gut und es gab nichts zu bemängeln. Wir haben dann noch zweimal dort gegessen (ebenfalls zu Mittag) und wurden nicht enttäuscht. Es kommen auch viele Einheimische in das Lokal, was ein gutes Zeichen ist. Hinweis: Der rote Hauswein, der in unbeschrifteten Flaschen von vorne herein auf dem Tisch steht, würde ich nicht empfehlen, weil er eher an Essig erinnert. Der trockene weiße Hauswein ist allerdings durchaus passabel.

Zum Schluss empfehle ich noch einen Besuch auf der Toilette des Restaurants. So etwas wird man wahrscheinlich nur mehr selten finden ;-).

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Ich wurde schon mehrmals bezüglich dem Thema „Glutensensitivität“ angeschrieben und um Aufklärung gebeten, was denn darunter verstanden wird. Mit diesem Artikel will ich dazu beitragen, diese Unklarheiten zu beseitigen.

Im Gegensatz zur Zöliakie ist die Glutensensitivität schwierig zu diagnostizieren. Bei der Zöliakie führt bekanntlich Gluten im Dünndarm zu einer chronischen Entzündung, wodurch die Darmschleimhaut geschädigt wird. Bei der Glutensensitivität besteht ebenfalls eine Überempfindlichkeit gegen Gluten oder andere Getreidebestandteile, aber eine Darmschleimhautveränderung ist nicht feststellbar. Dies führte in den vergangenen Jahrzehnten dazu, dass das Krankheitsbild der Glutensensitivität immer wieder diskutiert und auch bezweifelt wurde.

Glutensensitivität ist keine Einbildung
Erst im November 2012 wurde die Glutensensitivität dann in der Fachzeitschrift British Medical Journal (BMJ) als eigenständiges Krankheitsbild beschrieben und somit auch erstmals anerkannt. Inzwischen haben sich 15 internationale Experten auf diesem Gebiet darauf verständigt, dass es drei Krankheiten gibt, die durch Gluten verursacht werden können:

  • Zöliakie: Eine lebenslange glutenfreie Diät ist zurzeit die einzige Behandlungsmöglichkeit.
  • Glutensensitivität: Meist reicht es aus, die Glutenzufuhr einzuschränken.
  • Weizenallergie: Weizen und verwandte Getreidesorten (z. B. Dinkel) müssen vom Speiseplan gestrichen werden, da es andernfalls zu allergischen Reaktionen kommt.

Das die Glutensensitivität bisher nicht über Marker oder Blutwerte nachgewiesen werden kann, muss eine Diagnose über ein Ausschlussverfahren erfolgen. Die Symptome sind aber ähnlich wie bei der Zöliakie und reichen von Bauchschmerzen über Blähungen, Verstopfung, Durchfall bis hin zu Kopfschmerzen.

Forschung läuft – Hochleistungsgetreide unter Verdacht
Die Forschung hinsichtlich Glutensensitivität läuft auf Hochtouren, da immer mehr Menschen solch ein Krankheitsbild aufweisen. Ein Forscherteam der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz hat nun festgestellt, dass ein Insekten-Abwehrstoff namens „ATI“ der Auslöser für die Krankheit sein könnte. ATI wird gezielt in moderne Hochleistungs-Weiszensorten hineingezüchtet, um sich resistenter gegen Schädlinge zu machen und somit den Ertrag zu erhöhen.

Viele Glutensensitive vertragen nämlich Einkorn, Dinkel etc. – welche ebenfalls Gluten enthalten – sehr gut, aber keinen Weizen. Des Weiteren wird traditionell gebackenes Brot aus ländlichen Regionen, wo kein Hochleistungs-Weizen zum Einsatz kommt, ebenfalls gut vertragen.

Therapie möglich
Sollte eine Glutenunverträglichkeit vermutet werden, muss natürlich zuerst medizinisch abgeklärt werden, ob es sich nicht um eine Allergie oder Zöliakie handelt. Ist dies nicht der Fall, muss mittels Ausschlussverfahren festgestellt werden, ob eventuell eine Glutensensitivität vorliegt. Dabei muss 60 Tage komplett auf glutenhaltige Produkte verzichtet werden. Sollten innerhalb dieser zwei Monate die Symptome verschwinden bzw. sich bessern, kann von einer Glutensensitivität ausgegangen werden. Bleiben die Symptome unverändert bestehen, liegt höchstwahrscheinlich keine Glutensensitivität vor.

Ob danach eine glutenfreie oder glutenarme Ernährung erfolgen soll, kann nicht pauschal beantwortet werden. In vielen Fällen ist aber keine strenge Diät notwendig, was aber jeder nach seinem persönlichen Wohlempfinden entscheiden muss.

 

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Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern, wie zB Italien, sind bei uns glutenfreie Produkte in der Tiefkühlabteilung noch eine Seltenheit. Umso mehr dürfen sich alle Zöliakie-Betroffenen ÖsterreicherInnen nun darüber freuen, dass die Lebensmittelkette „SPAR“ seit wenigen Wochen glutenfreie Fischstäbchen anbietet.

In der 250 g-Packung befinden sich 10 Fischstäbchen, welche preislich gesehen mit 3,99 Euro zu Buche schlagen. Geschmacklich konnten sie meine Tochter und mich überzeugen. Wir haben sie im Backrohr gemacht, wo sie schön knusprig und auch ein bisschen braun wurden. Wenn also einmal nur wenig Zeit zum Kochen bleibt, sind diese Fischstäbchen sicherlich eine Alternative.

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Nicht ohne Grund mache ich mit meiner Familie seit Jahren Urlaub in der Toskana. Für uns ist das hier das Paradies, denn das glutenfreie Angebot, das es vor allem bei COOP gibt, ist mit dem bei uns zu Hause einfach nicht vergleichbar (obwohl es sich in Österreich in den letzten Jahren stark verbessert hat). Wie auf den Fotos zu sehen ist, gibt es sogar zwei Abteile in der Tiefkühlabteilung, wo es angefangen von glutenfreien Pizzen, über Ravioli, Tortellini, Fischstäbchen, Chicken Sticks praktisch alles gibt, was das Herz eines Zöliaken hin und wieder begehrt. Besonders beliebt war bei meiner Tochter das glutenfreie Tüteneis.

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Das Angebot bei glutenfreien Bieren kann sich ebenfalls sehen lassen. Inzwischen gibt es vier Sorten, die in den größeren COOP-Filialen angeboten werden. Seit heuer ist auch die Eigenmarke von COOP dabei, welche wirklich günstig ist. Auf dem Foto ist der Preis leider nicht mehr zu sehen, aber der 3er-Pack hat 3,35 Euro gekostet.

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Bei dem letzten Besuch mit meiner Familie bei McDonald’s (Dornbirn – Vorarlberg) haben meine Tochter und ich die neue Pfirsich-Schnitte probiert, welche seit einigen Wochen angeboten wird. Unserer Meinung nach sieht die Schnitte nicht nur appetitlich aus, sondern schmeckt auch gut. Der Biscuit-Boden ist gut gelungen und auch die Sahne-Topfen-Creme schmeckt sehr gut. Mit dem Zucker wurde allerdings nicht gespart. Dennoch ist der Sommerkuchen – wie ihn McDonald’s bezeichnet – also durchaus eine Sünde wert. Vor allem ist man als Zöliake froh, wenn man auch einmal ohne Probleme etwas Essen kann. Der Preis liegt bei erträglichen € 2,70. Noch ein kleiner Hinweis: Der Kuchen ist nicht nur glutenfrei, sondern auch laktosefrei.

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Bislang herrscht die Meinung vor, dass die Autoimmunerkrankung Zöliakie vor allem genetisch bedingt ist.  In den letzten Monaten wurden aber auch immer wieder bestimmte Viruserkrankungen mit erhöhtem Auftreten von Zöliakie in Zusammenhang gebracht.

Der österreichische Forscher Reinhard Hinterleitner hat nun bei einem Projekt in einem speziellen Zöliakie-Forschungslabor an der Universität von Chicago untersucht, ob an dieser Vermutung etwas dran ist. Tatsächlich hat die Untersuchung gezeigt, dass es einen starken Zusammenhang zwischen Darmvirusinfektionen und Zöliakie gibt. Dazu wurden 150 Dünndarmbiopsien von Erkrankten im Vergleich zu einer gesunden Kontrollgruppe analysiert.

„Das Augenmerk lag auf Darmviren, wie dem Noro-, Rota- oder Reovirus. Unsere Analyse für das Reovirus zeigte, dass an Zöliakie Erkrankte signifikant mehr Antikörper gegen dieses Virus hatten“, erläutert Hinterleitner. Somit könnten Darminfektionen durch Rotaviren das Risiko für die Gluten-Unverträglichkeit steigern.

Dadurch wäre laut Ansicht von Hinterleitner auch erklärbar, dass Kleinkinder, die bereits eine Rotavirus-Infektion hatten, häufiger an Zöliakie erkranken. „Die Erstzufuhr von Gluten bei Kleinkindern kann bei einer gleichzeitigen Virusinfektion, zu einer Fehlreaktion führen“, so Hinterleitner. Im Umkehrschluss könnte eine frühkindliche Impfung gegen Darmviren das Auftreten von Zöliakie in Risikogruppen wohl vermindern.

In Österreich ist die Impfung gegen Rotaviren übrigens im kostenlosen Impfprogramm für Babys und Kleinkinder enthalten.