Monthly Archives: Februar 2015

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Eine neue Studie des Marktforschungsinstitutes „Marketagent“, die im Auftrag von Nutridis (Wissenschaftliche Gesellschaft zur Forschung und Weiterbildung im Bereich nahrungsmittelbedingter Intoleranzen) durchgeführt wurde, liefert bezüglich dem Thema „Nahrungsmittelunverträglichkeiten“ interessante Zahlen. Insgesamt wurden 1.000 deutschsprachige Personen in Österreich, Süddeutschland und der Schweiz dazu befragt, ob sie an einer Nahrungsunverträglichkeit leiden würden.

An der Spitze liegen die Laktose- und Histaminintoleranz mit 11,5 % bzw. 10,4 %. Immerhin 7,8 % reagieren auf die Zuckerart Sorbit empfindlich und – jetzt kommt das für mich überraschende Ergebnis – 6,3 % geben an, sich glutenfrei erfahren zu müssen! Geht man von der allgemeinen Annahme aus, dass in Österreich ca. 0,3 bis 1 Prozent der Bevölkerung Zöliakie haben, müssen demnach gute 5 Prozent an der sogenannten Glutensensivität leiden. Des Weiteren müssen 5,7 % auf Fructose, 4,5 % auf Galaktose und 4,1 % auf Saccharose verzichten.

Da nicht allzu wenige Personen auf mehrere der genannten Inhaltsstoffe mit einer Unverträglichkeit reagieren, kommen die Studienautoren im Endeffekt auf einen Anteil von 17 % der Bevölkerung, die an einer irgendeiner Nahrungsmittelunverträglichkeit leiden.

 

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Dieses Brot ist relativ schnell und einfach zuzubereiten. Das Rezept eignet sich auch für die Zubereitung einer Focaccia (beispielsweise einfach Rosmarin und grobes Meersalz darüber streuen) oder als Pizzateig.

Zutaten:

  • 300 g glutenfrei Weizenstärke (zB von Grimm)
  • 200 g Reismehl
  • 350 ml Wasser
  • 1-2 TL Salz (je nach Geschmack)
  • 1 TL Zucker
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 halber Würfel frische Hefe (der Teig geht meiner Erfahrung nach besser auf als mit Trockenhefe)

Zubereitung:

Zunächst die restlichen Zutaten mit der Mehlmischung vermengen. Anschließend die Hefe in lauwarmem Wasser auflösen, zum Mehl geben und entweder von Hand oder mit der Küchenmaschine ca. 5 Minuten durchkneten. Danach den Teig an einen warmen Ort stellen und für ca. 45 bis 60 Minuten gehen lassen.
Wenn sich das Volumen des Teigs ungefähr verdoppelt hat, formt man daraus zwei gleich große Laibchen, schneidet sie ein wenig ein und bestreicht sie mit Olivenöl. Die Laibchen müssen darauf bei 180 Grad (Ober- und Unterhitze) ca. 40 Minuten gebacken werden, bis die Kruste hellbraun ist. Es empfiehlt sich eine feuerfeste Form mit Wasser in den Backofen zu stellen, damit das Brot nicht zu sehr an Feuchtigkeit verliert.

Tipp:

Wird der Teig von Hand geknetet, sollte zB ein Latex-Einmalhandschuh verwendet werden, damit die Finger nicht verklebt werden. Damit das Brot länger frisch bleibt, sollte es nach dem Abkühlen in einen Gefrier-Beutel gegeben werden.

 

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Wer nach Italien reist und durch Tirol fährt, möchte oder muss eventuell eine Pause an einer Raststätte einlegen. Sollten noch dazu Familienmitglieder dabei sein, die sich glutenfrei ernähren müssen und auch ganz gern ein warmes Essen konsumieren wollen, denen sei die Raststätten-Kette „Autogrill“ empfohlen.
Hier gibt es eine kleine Auswahl an glutenfreien Gerichten (Gnocchi, Tortellini und Cannelloni), die in der Regel vorhanden sind. Die tiefgekühlten Produkte stammen aus der DS-Reihe von Schär.

Bereits in Nordtirol gibt es zwei Autogrill-Raststätten in Weer (ca. 15 km vor Innsbruck) und in Matrei am Brenner (zwischen Innsbruck und dem Brenner), wo diese Gerichte konsumiert werden können. Laut der italienischen Zöliakiegesellschaft (AIC) schlagen sie mit 6 Euro pro Gericht zu Buche.

Wer weiter in den Süden Italiens reist, wird immer wieder auf Autogrill-Raststätten treffen, wo die angesprochenen, glutenfreien Gerichte angeboten werden. Ihr findet die beiden genannten Raststätten natürlich auf im Hotel- und Restaurantführer.

 

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Beim Wochenend-Einkauf in einer M-Preis-Filiale habe ich auf der Suche nach glutenfreien Cornflakes nun jene von Nestlé entdeckt. Natürlich wanderten diese gleich in den Einkaufswagen und wurden beim nächsten Frühstück getestet.
Ich war übrigens schon länger auf der Suche nach einem Ersatz für die Cornflakes von „Glutano“, die mir bis jetzt am besten geschmeckt haben, aber seit der endgültigen Übernahme von Schär nicht mehr erhältlich sind. Laut Nestlé-Homepage sind die Cornflakes sei Mitte Oktober des vorigen Jahres erhältlich – also noch nicht so lange.

Nestlé Cornflakes 2

Fazit: Meiner Tochter und mir haben sie wirklich gut geschmeckt. Auch der Preis ist mit 3,40 Euro für 375 g ist nicht übertrieben.

Ich denke, dass die Cornflakes von Nestlé sicherlich auch von anderen Lebensmittelketten angeboten werden. Vielleicht habt ihr sie ja auch schon gesehen. M-Preis-Filialen gibt es vorrangig in Nordtirol, aber Ost- und Südtirol sowie in Salzburg und in Oberkärnten.

 

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Ich habe vor wenigen Tagen von einer freundlichen Italienerin bezüglich der finanziellen Leistungen für Zöliaken in Österreich eine Anfrage erhalten, da sie jetzt in Salzburg wohnt und arbeitet. Nachdem ich sie dahingehend aufgeklärt habe, musste ich ihr natürlich die Frage stellen, wie es denn in Italien so darum bestellt ist. Mir ist zwar bei einigen Urlauben in „Bella Italia“ schon zu Ohren gekommen, dass es dort vor allem für Erwachsene viel mehr Geld gibt. Jedoch wusste ich nicht, wie viel Geld es genau ist und wie das Ganze abläuft (vielen Dank Laura). Ich muss zugeben, ich war nicht wenig überrascht und bin mir jetzt im Klaren darüber, warum Italien für uns das Paradies wäre (und im Urlaub ist). Sie schreibt:
„In Italien ist die Zöliakie kein Problem. Fast überall kann man glutenfrei essen. Die Restaurants sind alle sehr gut darüber informieret und die Italienische AIC (Arbeitsgemeinschaft für Zöliakie-Betroffene) macht eine super Job in ganzen Italien.“
Man bekommt unterschiedliche Unterstützungen pro Monat:
Alter                                 Männer                Frauen
bis 1 Jahr                            45,00 €                   45,00 €
bis 3,5 Jahre                      62,00 €                   62,00 €
bis 10 Jahre                       94,00 €                   94,00 €
Erwachsene                       140,00 €                 99,00 €
Es funktioniert so: Im Januar jedes Jahr geht man zur Krankenkasse und bekommt 12 Rezepte (für die 12 Monate). Mit diesen Rezepten kann man in Apotheken oder bestimmte Geschäfte gehen und alles kaufen ohne natürlich dafür bezahlen. Es gibt so viele verschiedene Marken – nicht nur Dr. Schär, auch Nutrifree, Giusto, Biaglut, Agluten, Pandea, JS, DS, Gliko, Probios, usw.
Fest steht, dass man in Österreich als Kind (bis 18 Jahre) über die Arbeitnehmerveranlagung und vor allem über die erhöhte Familienbeihilfe – seit Juli 2014 sind das immerhin 150 Euro pro Monat – bessere Bedingungen vorfindet als in Italien. Als Erwachsener hingegen hat man bei uns absolut das Nachsehen. Vor allem erhöht das Rezept-System in Italien natürlich die Motivation, glutenfreie Produkte herzustellen und auch das Bewusstsein für diese Erkrankung in der Bevölkerung wird dadurch geschaffen.
Mit dem System in Deutschland oder in der Schweiz habe ich mich noch nicht beschäftigt, aber vielleicht kann ein/e Leser/in dazu beitragen.

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Bisher hat man jenen Familien geraten, in denen es bereits Zöliakie-Erkrankungen gibt, zu stillen und dem Nachwuchs möglichst bald glutenhaltigen Brei zu füttern. Diese Vorgangsweise im Baby-Alter sollte das Risiko senken, an Glutenunverträglichkeit zu erkranken. Eine neue Studie des General Hospitals in Boston hat genau diese bisher gängige Meinung ins Visier genommen und herausgefunden, dass dies nicht der Fall ist.
Insgesamt wurden 700 Kinder untersucht, wo es bereits einen Zöliakie-Fall in der Familie gegeben hat und daher das Risiko erhöht war, ebenfalls zu erkranken. Die Studie war zweigeteilt, wobei Gluten in verschiedenen Lebensmonaten in der Ernährung zugeführt wurde:

  • Gluten nach 6 Lebensmonaten: Ein Teil der Eltern führte nach 6 Monaten Gluten in die Ernährung des Babys ein
  • Gluten nach 12 Lebensmonaten: Der andere Teil fügte erst nach 12 Monaten Gluten in die Ernährung des Kindes ein.

Interessant ist, dass das frühe Zugeben von glutenhaltiger Nahrung eher den gegenteiligen Effekt hatte und es zu einem früheren Ausbruch von Zöliakie kam. Wichtig: Auf die langfristige Anzahl der erkrankten Kinder hat das Gluten-Einführungsalter jedoch keinen Unterschied gemacht! Auch das angesprochene Stillen wurde innerhalb der Studie untersucht, um zu überprüfen, ob es einen schützenden Effekt vor Zöliakie hat. Auch dies konnte nicht bestätigt werden. Stillen kann zwar vor bestimmten Allergien im späteren Leben bewahren, bei der Entwicklung von Zöliakie ist dies aber nicht der Fall.

Im Endeffekt stellten die Forscher fest, dass die Gene entscheidend sind. Waren im Blut der Kinder die sogenannten HLA-Moleküle vorhanden – dieser Faktor ist genetisch vorbestimmt – dann ist bei einer bestimmten Kombination an Genen die Wahrscheinlichkeit um 38 Prozent gestiegen, an Zöliakie zu erkranken.

 

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Ich habe eine Anfrage bezüglich Gluten in Pflegeprodukten erhalten, ob also zB Shampoo, Lippenbalsam oder Zahnpasta, wo Gluten enthalten sind, für Beschwerden sorgen können. Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten, da es auf das Pflegeprodukt selbst und die Umstände ankommt, wie es verwendet wird.

Das grundsätzliche Problem ist, dass Kosmetika nicht gekennzeichnet werden müssen. Man findet dort also kein Label mit einer durchgestrichenen Ähre. Zudem stehen die Inhaltsstoffe, welche Gluten enthalten können meist mit ihren lateinischen Namen auf der Packung. Finden sich also Begriffe wie zB Triticum aestivum, Triticum vulgare oder Triticum turgidum durum (Weizen), oder die Stoffe Secale cereale (Roggen)Hordeum districhon oder Hordeum vulgare (Gerste)Triticum spelta (Dinkel) und Avena sativa oder Avena strigosa (Hafer) bei den Inhaltsstoffen, ist je nach Konzentration im Produkt laut Deutscher Zöliakie-Gesellschaft (DZG) Vorsicht geboten.

Vor allem bei Kosmetik wie zB Lippenstift oder Zahnpasta sollten die Inhaltsstoffe überprüft werden, da glutenhaltige Stoffe möglicherweise über den Mund in den Magen-Darm-Trakt gelangen und dort zu Beschwerden führen können. Natürlich ist die Konzentration in den Kosmetika sehr gering, dennoch können Auswirkungen nicht ausgeschlossen werden.

Unproblematisch sind der DZG zufolge hingegen Körpercremes und Duschgels, welche Erwachsene äußerlich anwenden. Bei erkrankten Kleinkindern ist hingegen Vorsicht geboten, da es Vorkommen kann, dass der Nachwuchs einen Schluck Badewasser erwischt oder die Finger in den Mund steckt. Deshalb sollte hier sicherheitshalber darauf geachtet werden, dass die Produkte glutenfrei sind.

 

 

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Auch wenn es derzeit noch tiefwinterlich ist, wird bei vielen der Urlaub um diese Zeit geplant. Bei vielen Österreichern und auch Deutschen ist der Gardasee ein beliebtes Reiseziel. Für diejenigen, die sich glutenfrei ernähren müssen, ist es in Italien ohnehin schon leichter zu urlauben, da die Zöliakie hier praktisch jedem ein Begriff ist. Aus diesem Grund gibt es auch eine Reihe von Restaurants, die glutenfreie Gerichte anbieten und zudem ein AIC-Zertifikat (Italienischer Zoeliakie-Verein) besitzen:

Cunettone di Salò
– PJ POLENTERIA E VINERIA

Caprino Veronese
PIZZERIA ATHENA

Salò
– ANTICA CASCINA SAN ZAGO
– ANTICA TRATTORIA ALLE ROSE

Villanuova sul Clisi
 LA SOSTA PIZZERIA – hier gibt es glutenfreie Pizza!

Gavardo
– EL MAMACITA RISTORANTE PIZZERIA  – hier gibt es glutenfreie Pizza!
– TRATTORIA ALLE TROTE

Toscolano Maderno
– VILLA DEI ROCCOLI 

Tignale
– AL TORCHIO RISTORANTE PIZZERIA – hier gibt es glutenfreie Pizza!

Desenzano
– ROSE E SAPORI

Rivoltella
 LE CARAVELLE – hier gibt es glutenfreie Pizza!

Sirmione
– HOTEL DU LAC – Hotelrestaurant aber für alle
– LA PAUL – Hotelrestaurant aber für alle

Natürlich sind die Restaurants auch im Restaurant- und Hotelfinder verzeichnet, wo ihr zusätzlich auch noch einige Hotels findet, die eine glutenfreie Küche anbieten.