Yearly Archives: 2015

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Vor einigen Wochen ist mir die Werbung für ein glutenfreies Weissbier in der Zeitschrift der österreichischen Arbeitsgemeinschaft Zöliakie „Zöliakie Aktuell“ aufgefallen. „Die Bio Weisse“ ist das erste glutenfreie Weissbier auf dem gesamten Biermarkt und stammt noch dazu aus Österreich. Auf der Homepage des Herstellers steht über das, bis jetzt einzigartige Bier, Folgendes zu lesen: „Durch einen speziellen Brauprozess wird das Gluten im Bier schonend abgebaut und trägt so zu einer hohen Bekömmlichkeit und Verträglichkeit des Weissbieres bei. Unsere bernsteinfarbene Bio Weisse wird ausschließlich aus Bio- Rohstoffen aus nachhaltigem österreichischen Anbau eingebraut, um so höchste Qualität zu garantieren. Die Nachreife in der Original Bügelverschlussflasche garantiert eine gut eingebundene Kohlensäure so wie ein fruchtiges Aroma.“

Ich habe nicht widerstehen können und mir 8 Flaschen über den Online-Shop für einen ersten Test bestellt, da ich bereits vor meiner Zöliakie-Diagnose gerne Weissbier getrunken habe. Die Vorfreude war also groß und ich wurde nicht enttäuscht! Es war für mich nach Jahren der Abstinenz ein geschmackliches Erlebnis, das ich jedem, der Weissbier mag, nur ans Herz legen kann.

Ganz billig ist die Angelegenheit aber nicht. Ein 8er-Pack kostet 14,88 €, was bedeutet, dass eine Flasche auf 1,86 € kommt. Es müssen aber auch noch der Versand (ca. 10 €) und der Pfand (6,80 €) hinzugerechnet werden, wodurch eine Flasche dann knapp 4 Euro kostet. Für die kommenden Feiertage oder Silvester/Neujahr darf man sich diesen Luxus aber schon einmal gönnen.

Bio Weisse 2

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Nachdem die Weihnachtszeit naht und damit auch das Backen von Keksen langsam beginnt, habe ich hier eine Auswahl von Online-Plattformen zusammengestellt, wo es viele glutenfreie Keksrezepte zur Auswahl gibt und man auch Ideen sammeln kann.

CHEFKOCH
Bei Chefkoch.de gibt es eine große Rubrik, wo sich insgesamt 111 glutenfreie Keksrezepte finden lassen. Neben der jeweiligen Bewertung des Rezepts, wird auch der Schwierigkeitsgrad und die Dauer auf den ersten Blick sichtbar. Klickt man auf das gewünschte Keks, wird das Rezept gezeigt. Hier werden auch weitere Funktionen angeboten, die aber teilweise nur funktionieren, wenn man angemeldet ist.

ALLRECIPES
Diese Plattform ist eventuell weniger bekannt, dennoch gibt es eine reichhaltige Auswahl an glutenfreien Keksrezepten. Das Angebot an Funktionen (zB Drucken, Einkaufsliste etc.) ähnelt den anderen Webseiten – auch hier ist teilweise eine Anmeldung notwendig.

SCHÄR
Ebenfalls eine große Auswahl von Keksrezepten gibt es auf der Webseite von Schär. Der Vorteil ist, dass vielfach hauseigene Mehl- oder Backmischungen zum Einsatz kommen, welche das Backen erleichtern. Zudem verfügt auch hier jedes Rezept über eine ausführliche Anleitung, wo auch die Zubereitung- und Backzeit sowie der Schwierigkeitsgrad mittels Symbolen dargestellt sind. Der große Nachteil ist, dass man sich anmelden muss, um eine komplette Einsicht in die Rezepte zu erhalten. Sollte das nicht gewünscht sein, eignet sich die Seite immerhin dazu, Ideen zu sammeln.

Weitere Plattformen:

Glutunfrei-Kochen
– Pures-Genießen
Paleo360

Wer weitere Webseiten kennt, kann gerne ein Kommentar mit dem zugehörigen Link hinterlassen.

 

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Für Zöliakie-Betroffene ist Italien generell ein sehr gute Option als Urlaubsziel, da praktisch jeder weiß, was Zöliakie ist und es in vielen, auch kleineren Orten Geschäfte (zB Apotheken) gibt, die glutenfreie Lebensmittel führen.
Meine Familie und ich waren letztes Jahr in einem Agriturismo, wenige Kilometer von Montepulciano entfernt, auf Urlaub. Das „L’Orto di Panza“ ist zwar nicht ganz billig, dafür sind die Appartements aber hochwertig ausgestattet und verfügt über einen schönen Pool (siehe oben).

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Ausschlaggebend für die Buchung war, dass die Besitzer-Familie auch ein reichhaltiges, glutenfreies Frühstück anbietet. Die Hausherrin ist eine begnadete Bäckerin/Konditorin und die selbstgemachten Kuchen sind wirklich empfehlenswert. Nebenbei betreibt die Familie auch einige Kilometer weiter entfernt ein Restaurant.

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Ca. 500 m vom Appartement entfernt gibt es auch eine Apotheke und ein kleines Lebensmittelgeschäft, wodurch die grundlegende Versorgung mit glutenfreien Lebensmitteln (zB. Brot, Nudeln, Gemüse und Obst) gesichert ist.
Die genaue Lage des Agritusmo findet ihr auch bei unserem Restaurant- und Hotelfinder.

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Außerhalb zu essen ist für Zöliakie-Betroffene immer eine Herausforderung, denn auch wenn auf der Speisekarte ausgewiesen ist, dass die Speisen oder Zutaten glutenfrei sind, wird immer noch eine gesunde Portion Vertrauen benötigt, da man sich nie ganz sicher sein kann, ob auch „sauber“ gearbeitet wurde oder nicht doch ein Fehler bei der Zubereitung passiert ist.

Zumindest in den USA bekommen jene Personen, die sich glutenfrei ernähren müssen, bald eine technische Hilfestellung. Seit Oktober kann dort nämlich ein kleines Analysengerät names „Nima“ vorbestellt werden, welches Essen/Lebensmittel innerhalb von zwei Minuten auf eventuell vorhandenes Gluten untersucht.

Wie funktioniert es?
Im Video unterhalb ist zu sehen, dass lediglich eine kleine Probe in eine Kapsel gefüllt und diese dann in das Gerät eingesetzt werden muss. Wenn Nima durch die darauf folgende chemische und mechanische Untersuchung mehr als zwanzig Gluten-Proteine auf eine Million Partikel findet, wird auf dem LED-Display ein trauriger Smiley angezeigt. Mit dem Akku sollen über 20 Analysen möglich sein. Durch die kleine Bauweise (unter 10 cm) kann Nima auch überall mit hingenommen werden. Natürlich gibt es auch eine passende App dazu, wo mittels Bluetooth-Anbindung Restaurants bewertet oder in der Gluten-Community Ernährungstipps gepostet werden können.

Teure Angelegenheit
Leider ist das Gerät eine teure Sache, denn es schlägt mit 249 US-Dollar zu Buche (Vorbestellung 199 US-Dollar). Das ist aber noch nicht alles, denn ein 12er-Pack Kapseln kostet noch einmal 60 US-Dollar (Vorbestellung 48 US-Dollar). Es bleibt zu hoffen, dass mit zunehmender Verbreitung von „Nima“ die Kapseln billiger werden. Zudem soll das kleine Analyse-Gerät auch andere Allergene untersuchen können. Ob und wann „Nima“ nach Europa bzw. Deutschland und Österreich kommt, ist derzeit noch nicht bekannt,

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Vor einigen Jahren war es noch ein großes Problem, glutenfreie Artikel im Einzelhandel zu bekommen. Jeder, der die Diagnose „Zöliakie“ schon vor vielen Jahren erhalten hat, weiß ein Lied davon zu singen. Angestellte in einem Lebensmittelgeschäft haben bei der Frage nach glutenfreien Produkten in den meisten Fällen nicht gewusst, was gewünscht ist.

Allerdings hat sich die Situation speziell in den letzten Jahren sehr zum Positiven verändert. Glutenfreie Produkte sind „in“ und werden nicht nur von Zöliakie-Betroffenen konsumiert. Hier wäre das Marktpotenzial endenwollend, denn nur knapp 1 Prozent aller Deutschen und Österreicher leidet an dieser Autoimmunerkrankung. Auch solche Personen, die an einer Weizen-Sensitivität leiden, greifen zu glutenfreien Produkten – auch wenn dieses Krankheitsbild unter den Medizinern noch umstritten ist.

Es gibt zwar keine konkreten Zahlen zum Gesamtmarkt glutenfreier Ware, aber es steht fest, dass sich die Zahl der im Einzelhandel neu platzierten glutenfreien Produkte sich von 2010 bis 2014 weltweit fast verdoppelt hat. Der Platzhirsch Dr. Schär konnte seinen Umsatz 2014 um über 10 Prozent auf 260 Mio. Euro steigern.

Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass glutenfreie Artikel keine „Nischenprodukte“ mehr sind, sondern die Produkte zunehmend als gesündere Ernährung wahrgenommen werden, weshalb auch immer mehr Kunden zugreifen, die nicht an Zöliakie oder Weizensensitivität leiden, zugreifen. Deshalb wird auch in Zukunft mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten in dieser Sparte gerechnet und das Sortiment weiter ausgebaut werden.

 

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Interessante Neuigkeiten bezüglich der Häufigkeit von Zoliakie bei der deutschen Bevölkerung bringt jetzt eine aktuelle Studie des Robert Koch-Instituts (RKI) ans Tageslicht. Im Rahmen dieser Studie wurden 12.000 Blutproben von Kindern und Jugendlichen zwischen einem und 18 Jahren hinsichtlich Zöliakie untersucht.

„Demnach sind 0,9 Prozent der Kinder und Jugendlichen von Zöliakie betroffen. Dieser Wert liegt deutlich höher als frühere Daten vermuten ließen“, wird Dr. Stephanie Baas zitiert, medizinische Fachberaterin der Deutsche Zöliakie-Gesellschaft (DZG).

Dies lässt den Rückschluss zu, dass die Dunkelziffer in Deutschland, aber wahrscheinlich auch in anderen Ländern, weiterhin hoch ist.

Die (DZG) sieht auf jeden Fall dringenden Handlungsbedarf, denn „auf jedes diagnostizierte Kind kommen zehn bis elf Kinder, bei denen die Krankheit noch nicht erkannt wurde.“

 

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Am 15. Juli war es in Österreich soweit und Zöliakie-Betroffene konnten das erste Mal glutenfreie Burger in allen Filialen genießen. Laut McDonalds wurde das Angebot sehr gut angenommen, was hoffentlich dazu führt, dass dieses auch dauerhaft im Sortiment bleibt.

Was ist mit den Pommes?
Bezüglich der Pommes hat es immer wieder Verwirrung darüber gegeben, ob diese nun wirklich glutenfrei sind, oder nicht. Es war bekannt, dass die „Natural Fries“ immer schon glutenfrei waren, aber es in Zusammenhang mit anderen Pommes-Arten zu einer Kontamination kommen könnte.  In der aktuellen Ausgabe von „Zöliakie-Aktuell“ weist McDonalds aber nun darauf hin, dass die „Curly Fries“ bereits seit Ende August glutenfrei sind und die „Gitterpommes“ Ende Oktober folgen werden, was natürlich eine äußerst positive Nachricht ist.

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Unsere Töchter hatten die Möglichkeit, ihren Urlaub mit ihrer Oma im Ferienhotel Sunshine in Berg im Drautal zu verbringen. Obwohl das Hotel nicht auf Zöliaken ausgerichtet ist, wurde kein Wunsch offengelassen. Da wir schon daran gewöhnt sind, unser glutenfreies Brot mitzunehmen, waren wir positiv überrascht, als die Chefin persönlich mit dem original verpackten glutenfreien Brot beim Frühstückstisch erschien. Das Abendmenü wurde ebenfalls schon beim Frühstück mit unserer 11-jährigen, zöliakiebetroffenen Tochter ausgemacht und zu ihrer vollsten Zufriedenheit umgestellt. Sogar die Pommes frites wurden eigens für sie zubereitet, um jegliche Kontamination zu vermeiden. Die Chefleute sowie das gesamte Personal waren äußerst freundlich und bemüht, zum Beispiel wurde eigens für drei Kinder um 21:00 Uhr die hauseigene Kegelbahn aktiviert!

Die Zimmer des Hotels sind ländlich und einfach eingerichtet und auf Sauberkeit wird äußerst viel Wert gelegt. Abschließend können wir den netten Chefleuten, dem zuvorkommenden Personal und der flexiblen und bemühten Küche nur ein großes Kompliment aussprechen! Unsere Kinder wollen ihren nächsten Urlaub wieder in diesem kinderfreundlichen Hotel verbringen.

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Seit einigen Wochen gibt es unter dem glutenfreien Label „free from“ der Lebensmittelkette „SPAR“ wieder ein neues Produkt. Die „Salz-Sticks“ sind vom Geschmack her vergleichbar mit den klassischen „Salzstangerl“, aber etwas dicker und viel kürzer. Dennoch finde ich sie sehr gut und sie liegen preislich gesehen mit € 1,89 für 110 g durchaus im Rahmen. Zudem gibt es wenige glutenfreie Produkte dieser Art, weshalb die Salz-Sticks als Knabbergebäck eine gute Alternative sind.

Schade ist allerdings, dass die Salzstangerl vielfach nur in größeren Spar-Geschäften (Inter- und Eurospar) erhältlich sind, wo Platz ist, das komplette „free from“-Sortiment anzubieten.

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Auf Einladung des Hotels Villa Madonna in Seis am Schlern (Südtirol), durften meine Frau und ich ein Wochenende dort verbringen. Das Hotel hat sich auf Zöliakie-Betroffene spezialisiert, was nicht heißt, dass dort ausschließlich glutenfrei gekocht wird. Es wird das sicherlich durchaus seltene Erlebnis geboten, dass zwischen Zöliaken und „normalen“ Gästen beim Essen kein Unterschied gemacht wird, und dieselben Gerichte sowohl glutenfrei als auch auf herkömmliche Art und Weise zubereitet werden. Wir hatten das Vergnügen, Schlutzkrapfen in glutenfreier als auch in „normaler“ Variante zu verkosten, und es war kaum ein Unterschied zu bemerken. Für Zöliakie-Betroffene gibt es eine separate Küche (eigene Kochtöpfe und Geschirr) und natürlich einen speziell geschulten Koch. Auch beim Frühstück gibt es ein eigenes glutenfreies Buffet, das keine Wünsche offen lässt. Das Essen ist übrigens hervorragend und befindet sich – unserer Ansicht nach – auf 4-Sterne-Niveau.

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Weitere Besonderheiten des Hotels sind, dass glutenfreie Gerichte auf einem eigenen Geschirr mit Symbol serviert werden werden, um jegliche Verwechslung zu verhindern. Bei der Ankunft im Hotel werden die betroffenen Gäste darauf hingewiesen und angehalten, das Service-Personal zu benachrichtigen, sollte man einen Teller ohne Symbol bekommen. Ein weiteres spezielles Angebot ist auch, dass beispielsweise bei einer geplanten Wanderung eine Thermo-Lunch-Box vorbestellt werden kann. Bereits am Vortag können die Speisen ausgewählt und zu einem bestimmten Zeitpunkt abgeholt werden. Die Speisen bleiben übrigens zwischen 3 und 4 Stunden warm.

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Da uns interessiert hat, wie die Hotelleitung auf die Idee gekommen ist, sich auf glutenfreie Gäste zu spezialisieren, hatten wir auch die Gelegenheit, mit dem Geschäftsführer ein Interview zu führen:

F: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, das Hotel auch auf glutenfreie Ernährung auszurichten?

A: Meine Nichte hat Zöliakie, weshalb ich auf die Idee gekommen bin, in diesem Hotel ein eigenes Angebot zu schaffen. Das ist bereits 12 Jahre her. Zöliaken erhalten in diesem Hotel mehr Aufmerksamkeit als „normale“ Gäste, was den Wohlfühlfaktor erhöht. Ein zentrales Anliegen ist es daher, dasselbe Essen für alle anzubieten.

F: Haben Sie einen eigenen Koch, der die glutenfreien Gerichte zubereitet?

A: Das Hotel und das Personal wurden immer weiter spezialisiert. Seit zwei Jahren sind wir perfekt aufgestellt und verfügen über eine eigene Küche und speziell geschulte Köche.

F: Wie hoch ist der Anteil an Zöliaken in Ihrem Hotel?

A: Der Anteil liegt zwischen 25 und 30 Prozent, steigt aber ständig.

F: Rentiert sich der Aufwand bzw. die Investition?

A: Ja, es ist aber auch eine Herzensangelegenheit. Wichtig ist auch, dass Zöliaken bei uns nicht mehr bezahlen.

F: Ist der Anteil an Zöliaken in Südtirol/Italien hoch?

A: Der Unterschied zu vielen anderen Ländern besteht darin, dass unsere Kinder bereits in der Grund-/Volksschule hinsichtlich Zöliakie getestet werden, weshalb der Anteil bei uns natürlich höher liegt, als beispielsweise in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Dort bleiben sicher  viele Fälle unentdeckt, beziehungsweise ist in diesen Ländern Zöliakie noch nicht so bekannt.

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Wer also einen entspannten, glutenfreien Wander- oder Schiurlaub in einer wunderschönen Umgebung und einem sehr guten Hotel mit freundlichen Mitarbeitern erleben will, dem können wir das Hotel Villa Madonna auf jeden Fall empfehlen. Wir bedanken uns – beim ausgesprochen kompetenten und bemühten Personal und dem Geschäftsführer – für diese tolle Erfahrung!